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 Tennis Club Schmelz e.V.

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Spinner !

Diese tolle Erzählung von Elke Freis stammt aus dem Jahr 1981 und wurde in der Festschrift zum 25jährigen Jubiläum veröffentlicht, die Fotos stammen aus den Jahren 1958-1960.

 

„Was, zu den Spinnern willst du ?“„Wieso Spinner ? Kennst du die denn ?“„Nein, nicht direkt, aber hast du die noch nicht gesehen ?“ Die rennen doch mit handtuchumwickeltem Hals und Tennisschläger durch die Gegend. Diese Angeber !“

Oft genug bekam ich solches und ähnliches zu hören und dachte nur eines: Ich will Tennis spielen lernen. Seit drei Jahren, ich verbrachte 1952 die Schulferien bei einer Freundin in B., kannte ich den Tennissport „live“. Ich war stolz darauf, als Balljunge tätig werden zu können und die dabei zu verdienenden 50 Pfennige (oder eine Cola) bedeuteten mir weniger als das hautnahe Erleben dieses herrlichen Ballspieles. Ein Wunsch setzt sich fest : das möchte ich auch einmal lernen !

Also sah ich mir die Spinner einmal aus der Nähe an : Auf dem Schulhof in Bettingen wurde sonntags ein Spielfeld in den Sand gezogen und ein Netz durch die Mitte gespannt. Es war nicht im entferntesten so wie in B., doch die Spieler hatten ihren Spaß. Für mich war wichtig, dass man sich über mein Interesse freute, und von Stund´ an gehörte auch ich zu den Spinnern.

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Ohne Tennisschläger oder sonstige Ausrüstung, nur in Turnbekleidung und ohne die geringste Ahnung von Technik und Taktik wurde ich ohne Aufnahmegebühren als Jugendliche aufgenommen. Der Monatsbeitrag von 50 Frs. war bei meiner 1. Lehrlingsbeihilfe durchaus zu verkraften, doch woher den Tennisschläger nehmen, woher die Bälle, den Rock, die Schuhe ?

Spinner H. spendierte den Schläger, jeder gab einen Ball ab, die Nachbarin nähte den Rock aus einem Bettlaken (natürlich schön in Falten) und der „Center Court“ auf Schulhof oder Sportplatz nahm die Turnschuhe mit Profil nicht übel. Als 1. Jugendliche genoß ich natürlich einige Privilegien. Voran die unermüdliche Bereitschaft der Spieler, mir korrektes Tennis beizubringen. Unter ihrer fachkundigen Anleitung (einige hatten „richtige“ Trainerstunden absolviert) versuchte ich dann voll Optimismus die ersten Bälle über das Netz zu schlagen, aber wohin ? Das sah doch in B. so leicht aus. Die Fensterscheiben der Schule waren stark gefährdet, so dass ein Umzug zum Schmelzer Sportplatz unumgänglich wurde. Hier konnte ich nun ungehindert meine 14jährige Kraft erproben. Nur scheiterte der Versuch, die untreuen Bälle in den Hecken wiederzufinden, meist erfolglos.

Wir Spinner, inzwischen 25, schritten zur Tat. Ein Grundstück wurde gepachtet, Freizeit und Geld geopfert, Hacken und Pickel, Spaten, Rechen und Schubkarren kamen zum Einsatz. Nach mühevollen, verschwitzten und muskelverkaterten vier Monaten konnten wir mit unbeschreiblicher Freude die Begrenzungsbänder ein- und uns auf die Schulter klopfen. Geschafft ! Ein Platz ist spielbereit !

Kurze Freude, denn die aufgetragene rote Kesselasche ließ teuflischerweise überall ihre Steinchen spritzen, so dass der Ball vor lauter Schreck nie die Richtung einnahm, die man von ihm erwartete. Zudem war das hohe Gras am Platzrand ein geradezu ideales Versteck für solcherart verschreckte Bälle. Also : zunächst ein Zaun ; ein Mitglied stiftete ihn, ließ es jedoch an Höhe fehlen. Wer konnte auch schon ahnen, dass wir die Lobs wohl ins Himmelblau, aber noch lange nicht ins gegnerische Feld schickten ? Hier half nur noch Antonius, sprich S.

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Die gute Ziegelmehldecke, die ein Spielfeld erst zum Tennisplatz werden lässt, ließ noch etwas auf sich warten. Den Spinnern war das Geld ausgegangen. Eine Erhöhung der Monatsbeiträge und Aufnahmegebühren musste vermieden, Zuschüsse von Sportverband und Toto beschafft werden. Und schon tauchten die nächsten Unzulänglichkeiten auf.

Die sportlichen Verbesserungen reizten zu wettkampfmäßigem Vergleich, Damen- und Herrenmannschaft rüsteten zum Kampf. Bei den Heimspielen bewiesen die Gegner schon in den ersten zehn Minuten ob sie Humor besaßen oder nicht. Schließlich war es nicht jedermanns (-fraus) Sache, die Kleider im Gebüsch oder Pkw zu wechseln. Selbst das Angebot, im nahen „Schwimmbad“ (Prims) die Kabinen zu benutzen, erschien so mancher Dame und manchem Herrn als Zumutung. Ein Clubhaus musste her ! Nach bewährtem Einsatz und bekannter Initiative feierten wir 1968 mit Helfern, Freunden und Gönnern die Einweihung.

Mit wachsendem Interesse am Tennissport, zu dem das Fernsehen sicher einen wesentlichen Beitrag geleistet hat, wuchsen auch unsere Mitgliederzahlen, die Plätze 2 und 3 wurden gebaut. Die Zahl unserer Mannschaften, die auf saarländischer Ebene an Mannschaftsmeisterschaften (Medenspiele) teilnehmen, nimmt jährlich zu (1981: 8). Unsere Jugendlichen kämpfen mit wechselnden Erfolgen auf Kreis- und Landesjugendmeisterschaften, im Freien und in der Halle. Wir spielen, wir trainieren, wir kämpfen.

Es ist wirklich kein Nobelclub, dessen Mitglied ich geworden bin, sämtliche Spinnerwarnungen außer acht lassend. Wir arbeiten alle in Büros und Küchen, in Praxen und Werkstätten, in Groß-, Klein- und eigenen Betrieben, in Schulen etc… Und wir haben vieles gemeinsam : die Freude am Tennissport, den Kampfgeist im Turnier, den Spaß im Trainingsduell und vor allem die Aussicht, unseren Sport auch im fortgeschrittenen Alter ausüben zu können, selbst noch mit unseren Enkelkindern.

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v.o.n.u.: Ludwig Hoffmann, Ingrid Mühlhausen, Artur Baus, Sigwin Dörr, Marlies Loutzoglou, Edith Dörr Heidemie Breuer, Paul Becker

Gut, die ersten Tennisspieler liefen tatsächlich mit Schläger und Handtuch durch den Ort. Aber warum ? Nun, sie hatten kein Auto ! Zu Fuß, mit Fahrrad oder mit dem Motoroller mussten sie ihren Sportplatz aufsuchen. Tenniskoffer waren noch nicht üblich, Umkleideräume nicht vorhanden. Also zogen sie bereits zuhause ihre Sportbekleidung an und trugen das Handtuch (auch Tennisspieler schwitzen !) eben um den Hals, den Schläger in der Hand. Der Angler trägt seine Angelrute, der Skifahrer seine Ski, der Schütze sein Gewehr…jeder das was er für seinen Sport benötigt.

Wirklich Spinner ? Wir jedenfalls, inzwischen schon 200 haben es geschafft. 25jähriges Vereinsjubiläum und drei herrliche neue Plätze sind Grund genug, stolz zu sein. Stolz auf unsere Anlage, die jedem Vergleich auf saarländischer Ebene standhält. Stolz auf unsere Vereinskameraden, die Handvoll Mitglieder, ohne deren selbstlosen Einsatz es nicht möglich gewesen wäre, diese tadellose Sportstätte zu schaffen. Sie haben Großartiges geleistet, Ärger und Probleme überwunden, immer das Ziel vor Augen, Platz 4, 5 und 6 im Jahre 1981 uns Mitgliedern zur Verfügung stellen zu können.

Nur kurze Zeit bleibt ihnen zum Ausruhen, schon warten neue Aufgaben. Umkleide-, Dusch- und Clubräume sind zu eng geworden. Eine Erweiterung, die den persönlichen Bedürfnissen am nächsten kommt und die Finanzen nicht überfordert, ist das nächste Ziel unseres Vorstands. Unser vereinseigener Planer und Bauleiter wird den Bleistift nicht kalt werden lassen, Ideen und Notwendigkeiten werden Form annehmen.

Der TC Schmelz hat auch geplant, 1981 Ausrichter eines Kreisturnieres, wie z.B. der Kreisjugendmeisterschaften zu werden. Mit nunmehr 6 Plätzen und der Mithilfe engagierter Mitglieder dürfte auch dies zu schaffen sein.

 

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Medenspielplan 2018

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